3.427 Unterschriften zu Petition #rettet2254 übergeben: Kein Anruf unter dieser Nummer!

Aktionen, Petition

Als wir den Hans-Rosenthal-Platz erreichten, war Werner Koep-Kerstin von der Humanistischen Union (HU) schon da. Nach und nach trudelten weitere Menschen ein. Alle wollten der Übergabe der Petition „2254 – Nachtgespräche auf Deutschlandradio Kultur retten“ beiwohnen.
Am Donnerstag (11. September) um 10 Uhr wollten wir die Unterschriften im Berliner Funkhaus des Deutschlandradios an den Intendanten Willi Steul und den Hörfunkrats-Vorsitzenden Frank Schildt übergeben. Mit den Verantwortlichen im Haus war abgeklärt, dass vorher ein Pressefoto erstellt und danach ein knapp einstündiges Gespräch in einem Raum mit etwa zehn Plätzen stattfinden sollte.
Conny Voester kam mit einem schweren Karton. Darin befanden sich die Unterlagen für den Hörfunkrat, seinen Vorsitzenden und den Intendanten.
Koep-Kerstin hatte weitere 38 Unterschriften dabei, die zwischenzeitlich noch bei der Bundesgeschäftsstelle der Humanistischen Union (HU) angekommen waren. Damit haben insgesamt 3.427 Menschen die Petition für die Nachtsendung „2254“ unterzeichnet.
Das kleine Häuflein der Petenten vor Ort war bis kurz vor 10 Uhr auf ein gutes Dutzend angewachsen. Gemeinsam stellten wir uns auf zu einem Foto vor dem Hauptportal. Dann geleitete man uns hinein ins Haus und hoch auf den Flur vor dem vorgesehenen Konferenzraum für das Round-Table-Gespräch.
Dort übergab Conny Voester dem Intendanten Willi Steul eine Kopie der Unterschriften. Werner Koep-Kerstin überreichte dem Hörfunkrats-Vorsitzenden Fank Schildt den Karton mit einem zweiten Satz sowie 40 Informationsblättern für die Mitglieder des Kontrollgremiums. Von mir erhielten Steul und Schildt je einen der Buttons, die alle Befürworter der Petition sich angesteckt hatten.
Anschließend ging es in den Saal. Um den runden Tisch nahmen neben Schildt und Steul sowie Voester, Koep-Kerstin, Rudolph und mir noch etwa acht weitere Interessierte Platz.
Leider hatten Steul und Schildt unserem Wunsch nach Aufzeichnen des Gesprächs nicht zugestimmt. Damit war der Austausch von Positionen nicht öffentlich. Die Gesprächsleitung lag beim Hörfunkrats-Vorsitzenden Schildt.
Ergebnis des Gesprächs war letztlich, dass eine Wiederaufnahme der Sendung „2254“ ins Hörfunkprogramm des Deutschlandradios nicht vorgesehen sei. Insofern werde das Deutschlandradio unserem Wunsch nicht entsprechen. Diese Position habe der Programmausschuss am Vortag festgelegt, berichtete Schildt.
Als Gründe für die Absetzung wurden vor allem die Kosten angegeben. Steul betonte allerdings, dass die Kosten nicht allein ausschlaggebend für Entscheidungen zum Programm seien.
Beide meinten, als Verantwortliche müssten sie den Sender in seiner Gesamtheit im Blick haben und nicht nur die einzelnen Sendungen. Sie fänden es erfreulich, dass sich Hörer für ihr Radio einsetzen und hätten deswegen auch gerne das Gespräch mit den Petenten gesucht.
Unsere Hinweise auf die Bedeutung der Nachtgespräche, ihre Barrierefreiheit und die Verpflichtung des Radios gegenüber seinen Beitragszahlern fanden bei Steul und Schildt keinen direkten Widerhall. Schildt erklärte, das Land Bremen habe ihn entsendet und er sehe sich nunmehr allein dem Sender verpflichtet.
Eine Verpflichtung gegenüber den Hörern räumte er erst auf Nachhaken ein. Die Aktivitäten der Petenten verglich er mit dem „lobenswerten Einsatz für einen Spielplatz“.
Aus meiner Sicht war das Verhalten von Schildt der betrüblichste Eindruck aus dem Gespräch. Der oberste Aufseher des Deutschlandradios zeigte wenig Bereitschaft zur Unterstützung eines Engagements für das von 3.427 Hörerinnen und Hörern an den Sender herangetragene Anliegen.
Immerhin steht der Vorschlag der Petenten im Raum, weiter mit den Verantwortlichen im Gespräch zu bleiben. Dieses Gesprächsangebot bleibt bestehen und wurde von Vertretern des Deutschlandradios auch positiv bewertet.

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13 Gedanken zu “3.427 Unterschriften zu Petition #rettet2254 übergeben: Kein Anruf unter dieser Nummer!

  1. Es betrübt mich sehr, daß dieses große Engagement, für das ich Ihnen gerne hier noch einmal danken möchte, keinen unmittelbaren Erfolg erzielen konnte. Es ist traurig, daß die amtstragenden Herren des Hauses stur auf ihrer selbst so bezeichneten „unpopulären Entscheidung“ beharren. Unpopulär ist ein schmeichelnder Begriff, wenn man bedenkt, daß eine bereichernde Sendung ersatzlos gestrichen wurde und Raum geschaffen wurde, für eine weitere Stunde beliebiger Musik. Bitter, denn davon gibt es im Radio bereits mehr als genug. Die geschilderten Gesprächsbeiträge des Treffens demaskieren nach meiner Auffassung diese Herren und ihre Vorgehensweise erneut.

    1. Dass das Deutschlandradio die Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“ nach Übergabe der 3.427 Unterschriften sofort wieder ins Programm aufnehmen würde zu den bisherigen Konditionen, hatte wohl niemand ernsthaft gehofft. Am enttäuschendsten fand ich das Verhalten von Frank Schildt. Zur Funktion des Hörfunkrats werde ich noch einmal einen gesonderten Kommentar verfassen. So, wie er derzeit agiert, ist er eine peinliche Nachnummer. Man könnte auch boshaft sagen: Ein Gremium zum Ab- und Einnicken! Für Spendenwillige hat Holger Rudolph eine Aktion bei Betterplace.org gestartet: https://www.betterplace.org/de/projects/21889-petition-2254-nachtgesprache-auf-deutschlandradio-kultur-retten Wir machen weiter: #rettet2254 fjh

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