Letzte Sendung vor vier Monaten: Immer noch #rettet2254

Hintergrund, Petition

Vier Monate ist die letzte Sendung der Nachtgespräche „2254“ nun schon her. Aber immer noch rufen einstige Hörer an und beklagen sich, dass sie die Sendung vermissen.

Frust spricht aus vielen Aussagen. Enttäuschung ist fast überall unüberhörbar. Manche haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben und wollen weiterkämpfen.
Einfach beiseitegeschoben wurden die 3.427 Unterschriften unter die Petition für den Erhalt der Nachtgespräche. Viele Hörer fühlen sich deswegen verschaukelt von ihrem einstigen Lieblingssender.
Mit diesem Vorgehen hat das Deutschlandradio viel Kredit verspielt. Etliche haben sich enttäuscht abgewandt von dem Sender, dessen Programm das Wort „Kultur“ nun nur noch im Nahmen führe.
Besonders diskreditiert beim Umgang mit „2254“ hat sich aber der Hörfunkrat des Deutschlandradios. Seiner Verpflichtung gegenüberden Hörerinnen und Hörern ist dieses Gremium in keinster Weise gerecht geworden. Der Hörfunkrat ist kein Kontrollorgan, sondern ein Gremium zum Ab- und Einnicken. Mitglieder dieses Gremiums müssten eigentlich den Hörerinnen und Hörern über ihre Tätigkeit Rechenschaft ablegen. Entsandt wurden sie schließlich zur Kontrolle des Intendanten und der Sendeleitung. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 25. März 2014 sind sie zur Transparenz verpflichtet.
Doch statt mehr Transparenz will der Hörfunkrats-Vorsitzende Frank Schildt alle strategischen Debatten zur Zukunft des Deutschlandradios künftig in eine neue Kommission auslagern. Ähnlich wie jetzt schon beim Programmausschuss werden in öffentlicher Sitzung dann nur noch vorgefasste Beschlüsse abgesegnet.
Alle Organisationen, die Personen in solch demokratiefeindliche Gremien entsenden, schaden damit ihrem Image in der Öffentlichkeit. Wer weiterhin Spenden einsammeln und Menschen für die Ziele seiner Organisation gewinnen will, der verweigert entweder eine Entsendung von Repräsentanten in einen dergestalt konstruierten Hörfunkrat oder er verpflichtet seine Vertreter dort ausdrücklich und überprüfbar zur Transparenz gegenüber der Hörerschaft. Am besten wäre allerdings, wenn die Hörer die Gremien des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks direkt wählten. Dann gäbe es diese Probleme nicht. Dann wären die Kandidaten verpflichtet zur Transparenz, wollten sie gewählt werden.
Noch sind die Staatsverträge für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) und das Deutschlandradio nicht ausgehandelt. Die Politik sollte sich ihrer Verpflichtung gegenüber dem Volk besinnen und die Wahl der Gremien den Hörern überlassen. Anderenfalls könnte es vielleicht passieren, dass irgendwann die Hörerinnen und Hörer des Deutschlandradios gemeinsam mit den Zuschauerinnen und Zuschauern des ZDF vor die Funkhäuser ziehen und skandieren: „Wir sind das Volk.“

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2 Gedanken zu “Letzte Sendung vor vier Monaten: Immer noch #rettet2254

  1. Ja, ich denke auch oft an 2254 und bedauere dieses sinnentleerte tiefe Loch jetzt. Man konnte sich wenigstens auf EINE Sendung im Radio freuen, und wenn es nachts war. Heute bekommt man nur noch Werbung, Wetter und Verkehr, unterbrochen von einigen Straßenblitzern und Gedudel, oder man stürzt sich auf Kriegsgetümmel und DDR-Hetze. Nicht mal zu einem Hörspiel oder wenigstens Buchlesung ist man willens oder in der Lage. Das Geld für die GEZ kann ich weiß Gott für anderes besser brauchen. Pfui!!!!

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