Willi Steul und sein Tafelsilber: Trau keiner Studie, die Du nicht selber versteckt hast!

Aktionen, Petition

Als „Tafelsilber“ bezeichnete Willi Steul am Donnerstag (11. September) die sogenannte „Mappingstudie“. Nach ihren Ergebnissen würde sich jeder Radiomacher „die Finger lecken“, meinte der Intendant des Deutschlandradios sowohl im Gespräch mit den Vertretern der Petition „2254 – Nachtgespräche auf Deutschlandradio Kultur retten“ als auch danach gegenüber dem Hörfunkrat.
Klar war für ihn deswegen, dass diese Studie nicht veröffentlicht wird. Entsprechenden Forderungen erteilte er eine eindeutige Absage.
Mit einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) hatte Thomas Rudek aus Berlin die Offenlegung der Studie eingefordert. Auch die Petenten wiederholten die Auffassung, sie müsse als wichtige Grundlage für die Entscheidung des Deutschlandradios gegen die Fortführung der Nachtsendung „2254“ veröffentlicht werden.
Eine derartige Studie sei ein Glücksfall für den Sender, erklärte Steul. Nur durch eine Durchführung im „Huckepackverfahren“ gemeinsam mit anderen Befragungen der ARD-Landesrundfunkanstalten sei diese bundesweite Befragung unter 4.000 Personen überhaupt möglich gewesen.
Ihre Ergebnisse seien valide, betonte Steul gegenüber den Petenten. Zweifel an der Umfrage wischte er damit ohne konkrete Antworten zu kritischen Fragen vom Tisch.
Auch die Frage des HU-Bundesvorsitzenden Werner Koep-Kerstin, ob er nicht wenigstens die Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Studie darlegen könnte, beantwortete Steul nach kurzem Nachdenken mit einem kategorischen „Nein“. Damit bleibt das Deutschlandradio seinen Hörerinnen und Hörern die verfassungsrechtlich gebotene Transparenz zu seiner Entscheidung gegen die Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“ weiterhin schuldig.

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4 Gedanken zu “Willi Steul und sein Tafelsilber: Trau keiner Studie, die Du nicht selber versteckt hast!

  1. So ein Quatsch: Eine Umfrage als Tafelsilber. Alberner geht’s ja nicht. Und wenn ich die Validität dieser Studie als „Gültigkeit bzw. Belastbarkeit von Annahmen“ verstehen darf, ist diese Studie für Herrn Willi Steul damit wichtiger Beweis. Wieso hält er sie unter Verschluss, wenn die Stimmen der Hörer für ihn doch nur Geschwätz waren? Vielleicht sind sie auch „Tafelsilber“, aber damit noch lange nicht sein Eigentum, was somit nur noch auf dem Rechtsweg auf Einsichtnahme in diese Studie zu klären wäre. Will er sich noch mit unseren Stimmen wichtig machen? Was für ein Recht hat er, uns Hörern das Ergebnis dieser Umfrage vorzuenthalten. Zum Anderen: Was ist für ihn das „Tafelsilber“, wenn die Anzahl der Stimmen plus der Stimmen, die ständig auf die nächste Sendung vertröstet werden mussten, bekannt ist? Oder hat er dort schon mit dem Sammeln von Mailadressen begonnen, wo er dann bei Facebook und Twitter weiter machen will?

  2. Für mich ist die Studie belanglos! Denn die Herren sind nicht verhandlungsbereit….. so oder so……….! Ein groß angelegter Zahlungsstreik könnte die Gesprächsbereitschaft ggf. erhöhen! Think about it.

  3. Die Hartleibigkeit der Demokraten vom Amt erstaunt mich dann aber doch. Offenbar sind sie schon lange mit ihren rationalen Argumenten am Ende, denn sonst müssten sie die „Studie“ nicht so sehr mystifizieren. Nein. Gottgleich geben und nehmen sie uns, ihren Radioschäfchen, Sendungen und gefallen sich in der Pose des Rundfunkstalins mit italienischer Krawatte. Wie verrottet ist eine Struktur die mir, die uns, Zukunft verheißt, indem sie diese für mich, für uns, glaubt definieren zu dürfen? Die Konzilianz im Stil, wenn man sich mit den Petenten trifft, ist verlogene bürgerliche Fassade. Was zählt sind Taten.
    Danke an jene, die den Weg nach Berlin auf sich nahmen, incl. dieser unerfreulichen Begegnung. Bleiben wir Stachel im Senderfleisch. Holen wir uns eine Sendung zurück, die unseren demokratischen Zusammenhalt und unsere Nachtgewohnheiten unterstützt, so wie 2252-Nachttalk.

  4. “Mit dem neuen Staatsvertrag für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) werden sie vermutlich nur so viel Einfluss preisgeben, wie es ihnen absolut unvermeidlich erscheint.”
    Die Macht der Medien im Dienste des Staates, der Bürgerbeteiligung und Bürgerinitiativen unterdrückt: Nennt man das nicht Machtmissbrauch? Was hat das mit Demokratie zu tun?
    Aktuellstes Beispiel und „ein echter Hammer“, dass die „Europäische Kommission die Bürgerinitiative gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP mit Kanada und den USA nicht zulässt“, dafür aber Unternehmen, die hierzulande selbst oft schon um’s Überleben kämpfen, noch dem amerikanischen Prinzip „Klagen ist ein Geschäftsmodell in den USA“ auszuliefern, ist doch höchst fragwürdig. Denn „das Freihandelsabkommen der EU mit den USA würde Schadenersatzklagen von Konzernen gegen Staaten erleichtern. Grünen-Abgeordnete Katharina Dröge hält das für gefährlich. Interview: Zacharias Zacharakis“
    Deshalb wird dieses Freihandelsabkommen hinter verschlossenen Türen höchst geheim verhandelt und Regierungen lassen aus Lebensmitteln Futter oder Fressen werden. Zahlt und fresst – Rundfunk, Fernsehen oder Lebensmittel – Leute oder sterbt. Und man wählt und wählt sie immer und immer wieder wie die SED – bis 1989. Man muss ja keiner DDR, keinem Sozialismus mehr was beweisen. Zunächst wurde die Politik von den Lobbys vereinnahmt, welche nun wiederum die Medien zu vereinnahmen scheinen. Am besten, man hört weg. Es sei denn, es gibt noch genügend Bürger mit Herz, Hirn und Verstand.

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