Kein Gespräch mit Franz-Josef Hanke: Schreiben Sie Blog oder Tagebuch?

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Tagebücher und Blogs waren am Samstag (6. Dezember) Thema der Sendung „Im Gespräch“ auf Deutschlandradio Kultur. Um 10.07 Uhr wählte auch ich die Nummer 00800/22542254, um mden Hörerinnen und Hörern ein Blog vorzustellen. Gegen 11.40 Uhr wurde ich kommentarlos aus der Telefonleitung geworfen.
Eingeladen hatte der Moderator Dieter Kassel Frauke von Troschke vom Deutschen Tagebucharchiv in Emmendingen und den Blogger Julian Finn aus Hamburg. Auf der Internetseite www.vierzehnachtzehn.de stellt er genau 100 Jahre nach ihrer Niederschrift die Einträge seines Urgroßvaters Ernst Pauleit über seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg online.
Die reinigende Rolle des Tagebuch-Schreibens war in ihrem Gespräch ebenso Thema wie die Frage nach dem chemischen Zerfall des Papiers, die Aussagekraft von Handschriften oder die Dauerhaftigkeit abgespeicherter Textverarbeitungsprogramme in fernerer Zukunft. Auch zum letzteren Punkt hätte ich etwas beizutragen gehabt, da ich regelmäßig entsprechende Veröffentlichungen der Archivschule Marburg erhalte.
So hielt ich also eineinhalb Stunden lang den Hörer in der Hand und verfolgte das Gespräch am Telefon. Einen anderen Anruf wimmelte ich ab, da ich meine baldige Mitwirkung an der Sendung erwartete.
Als jedoch die siebte Anruferin kurz nach 11.30 Uhr mitteilte, sie habe die Sendung nicht von Anfang an verfolgt, war mir klar, dass ich nicht entsprechend der Reihenfolge meines Anrufs auf Sendung kommen würde. Vielleicht eine Minute später wurde ich dann aus der Telefonleitung geworfen.
Gesprochen hätte ich wahrscheinlich über mein Tagebuch, das ich als Siebzehnjähriger geschrieben habe. Es sollte mir über meinen Kummer hinweghelfen, weil ich in eine Mitschülerin unglücklich verliebt war. Tatsächlich steigerte ich mit meinen täglichen Liebesbekundungen aber vielleicht noch mehr in dieses Gefühl hinein.
Vorgestellt hätte ich auch meine Blogs sowie 2254.fjhmr.de. Vielleicht haben die Verantwortlichen beim Deutschlandradio befürchtet, dass die Hörerschaft damit an die Absetzung der „all-IUn-Sendung „2254“ erinnert worden wäre.
Jedenfalls kam ich in der samstäglichen Vormittagsrunde nicht zum Zuge. Deswwegen verweise ich hier noch einmal auf meine beiden Blogs.
blog.fjhmr.de enthält persönliche Kommentare zu Politik und Zeitgeschehen. Hinzu kommen Hinweise zu Journalismus und Medien. Einen dritten Schwerpunkt bildet schließlich der Bereich Verkehr und Omnibusse.
An Jahrestagen erinnere ich mich gelegentlich, wie ich das entsprechende Ereignis damals erlebt habe. Außerdem schreibe ich persönliche Nachrufe, wenn jemand gestorben ist, der mir etwas bedeutet.
Der Beitrag mit den meisten Kommentaren in meinem persönlichen Blog ist übrigens „2254 muss bleiben: Deutschlandradio will demokratischste Radiosendung Deutschlands einstellen“ vom 6. Juli 2014. Mehr als 300 Kommentare belegen das große Interesse, auf das dieser Beitrag gestoßen ist.
2254.fjhmr.de behandelt vor allem die Absetzung der Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“ im Probramm von Deutschlandradio Kultur. Zudem verfolge ich dort kritisch die Aktivitäten des Deutschlandradios und seines Hörfunkrats. Dieses Blog betreibe ich gemeinsam mit Mitstreitern, die auch für die Petition „Rettet 2254 verantwortlich gezeichnet haben.
Auch wenn ich jede verletzende Kritik ablehne, mögen manche im Deutschlandradio diese Anmerkungen wohl nicht lesen. Vielleicht war das der Grund, warum ich aus der Leitung geworfen wurde?

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6 Gedanken zu “Kein Gespräch mit Franz-Josef Hanke: Schreiben Sie Blog oder Tagebuch?

  1. lieber Franz Josef, dein Name ist bekannt und Deinen Blog kennt man auch…. tolle Wertschätzung die Du da erfahren durftest… Soviel zu Thema *Mundtot*. Ich bin entsetzt!

  2. „Vielleicht haben die Verantwortlichen beim Deutschlandradio befürchtet, dass die Hörerschaft damit an die Absetzung der “all-IUn-Sendung “2254” erinnert worden wäre.“
    Ja, ich wäre auch erfreut gewesen, Sie wieder mal im Radio zu hören.
    Liege ich da vollkommen falsch oder hat die Demokratie jetzt selber Angst vor der Öffentlichkeit? Zu viel Demokratie bekommt der BRD wohl auch wieder nicht ? Nicht mal vor der DDR kann man sich damit noch aufpusten.
    Schönen Nikolaustag noch an Sie, Herr Hanke, und alle Leser.

  3. Passiert öfter, dass man aus der Leitung fliegt. Natürlich immer, um vorher noch 45 Minuten darauf zu warten, bis es soweit ist.
    Ist mir auch bei einer Sendung mit D. Kassel passiert. Ich hab gleich noch mal angerufen und mich beschwert. Auf Nachfrage der Menschen am Telefon bei D. Kassel, kam die lakonische Antwort, meine Anmerkung sei in ähnlicher Form schon in der Sendung vorgekommen, deshalb hätte der Moderator mich aus der Leitung geschmissen.
    Ich muss dazu sagen, dass ich keine Probleme damit habe mich kritisch und vor allen Dingen argumentativ auf der sicheren Seite abgesichert in derartigen Sendungen zu äußern. Das bedeutet dann natürlich auch manchmal, dass von der Redaktion konzipierte Sendungsabläufe oder angedachte thematische Richtungen, nicht kompatibel sind mit der kritischen Erweiterung der Perspektive eines Anrufers. Dies kann die Moderation der Sendung aus dem Konzept bringen, womit viele Moderatoren der Sendung nicht umgehen können oder womit sie schlicht überfordert sind.

  4. zum vorherigen Beitrag: von einem Qualitätsrundfunk erwarte ich dass der Moderator moderiert, so wie wir es von 2254 kannten. Das Ende ist immer offen, denn es hängt vom Anrufer und dessen Meinung ab. Der Moderator MODERIERT…. lateinisch; von moderare, „mäßigen“, „steuern“, „lenken“. Was wiederum bedeutet , dass der Moderator nur marginal eingreift! Dies konnten die Moderatoren von 2254 sehr gut. Bei einer Sendung mit EXPERTEN steht ja von vornherein eine Richtung bzw. Meinung fest, daran hab ich kein Interesse. Denn das ist nur Meinungsmache und Manipulation. Außerdem kann es in der Tat mal vorkommen, dass jemand aus der Leitung fliegt, was aber wiederum bedeutet ,dass er dann eigentlich zurückgerufen wird, wie das auch bei 2254 passiert ist. Ich denke schon ,dass der Namen Hanke für Demokratie und freie Meinungsäußerung steht und seit der Petition „kennt man ihn“ auch beim ganzen Deutschlandradio und nicht nur in 2254 Kreisen…..NEIN das war KEIN ZUFALL! Sollen wir in Zukunft also unter falschen Namen und unterdrückter Rufnummer anrufen????

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