Dank an Joachim Scholl und die Hörerschaft: Literaturempfehlungen zu Weihnachten in der „Lesart“

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Das Setting war fast wie bei den Nachtgesprächen: Joachim Scholl bat die Hörerschaft des Deutschlandradios Kultur um ihre persönlichen Büchertipps zu Weihnachten; und alle acht Leitungen waren bald besetzt. Einige kamen mit ihren Geschenkideen nicht mehr zum Zuge.
Jahrelang hatte Scholl eine derartige Sendung zum Advent innerhalb der Nachtgespräche „2254“ gestaltet. Am Montag (1. Dezember) wich er in Ermangelung dieser beliebten Hörersendung auf die vormittägliche „Lesart“ aus.
Doch nicht nur die vormittägliche Zeit, während der viele Hörer arbeiten müssen, unterschied die neue Sendung von ihren traditionsreichen Vorgängern; auch leitete Scholl sie mit einer Buchempfehlung des Redaktionsleiters Rene Agiga sowie zwei Musikstücken ein und einer weitren Musik wieder aus. So kamen weitaus weniger Hörer zum Zuge als in den nächtlichen Sendungen.
Viele interessante Anregungen hatten die Anruferinnen und Anrufer mitzuteilen. Das reichte von bekannten Werken über sehr seltene oder sehr spezielle Titel wie beispielsweise das „Flexikon“ als eine Art Lexikon über Flensburg.
Hinterher stellt Scholl die Empfehlungen in einer Bücherliste zusammen. Interessierte können sie auf der Internetseite www.deutschlandradiokultur.de abrufen.
In den nächsten Sendungen werden Mitarbeiter des Senders ihre Literaturtipps beisteuern. Allerdings dürfte dabei nicht die Vielfalt herauskommen, die die Hörerinnen und Hörer zu bieten hatten.
Allein schon deswegen ist diese Sendung den Rundfunkbeitrag wert. Zudem leisteten hier Hörerinnen und Hörer ihren eigenen kulturellen Beitrag zum Programm von Deutschlandradio Kultur.
Diese Möglichkeit indes fehlt ihnen völlig zu politischen Themen. Viele Stammhörer vermissen sie schmerzlich. Darum ist der Hörfunkrat aufgefordert, die „Nachtgespräche am Telefon“ bei seiner Sitzung am Donnerstag (4. Dezember) in Berlin wieder in der bisherigen Form ins Programm zurückzuholen.

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4 Gedanken zu “Dank an Joachim Scholl und die Hörerschaft: Literaturempfehlungen zu Weihnachten in der „Lesart“

  1. Besteht denn wirklich die Hoffnung,dass unser 2254 zurückkommt? Ist doch gar kein Thema bei der nächsten Sitzung oder? Lieber Herr Hanke Ihre Analyse ist korrekt und treffend nur befürchte ich das wird letztendlich wenig nutzen, ich lasse mich aber gerne positiv überraschen😊

  2. Es gab am Dienstag im „Kompressor“ in der „Frage des Tages“ erstmalig auch eine call in Möglichkeit.
    Dies war vielleicht ein Versuch, die alte „Debatte im Radiofeuilleton“ vorsichtig wieder aufleben zu lassen.

  3. Die direkte, freie Meinugsäusserung zu politischen Themen scheint bei Deutschlandradio
    unerwünscht zu sein, was wohl auch ein Grund zur Absetzung von „2254“ gewesen sein
    dürfte. Bei 6-10 Anrufern wurde eine öffentliche Angelegenheit in der Regel in sehr ver-
    schiedenen Betrachtungsweisen erörtert, was wiederum andere Mithörer ermuntert, sich
    „Ihres Verstandes“ zu bedienen und bei Vielen zu ganz neuen Erkenntnissen führen konnte.
    Die „Welterklärer“ in Parteien, Verbänden, Vereinigungen und auch Medien haben schon
    immer den mit Erkenntnisgewinn ausgezeichneten, aufgeklärten Menschen als unbequem
    angesehen. Die Begegnung dieser aufgeklärten, unbequemen Menschen darf dann wohl
    schon garnicht bei politischen Themen im Radio als einem Multiplikator stattfinden.
    Wer durch mangelnde Lösungskompetenz bei einer Programmstrukturänderung „2254“
    einfach absetzt, verärgert ein nicht zu unterschätzendes Hörerpotential und schadet gleich-
    zeitig auch sich selbst.

    Mfg

    Herbie

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