Lassen Sie sich gern den Mund verbieten? Wenn nicht, dann unterschreiben Sie umgehend die Petition #rettet2254!

Hintergrund

Lassen Sie sich gerne den Mund verbieten? Lassen Sie sich gerne lieb gewonnene Gewohnheiten in Ihrem Alltag einfach wegnehmen? Lassen Sie sich gerne von oben herab behandeln?
Genau das haben die Verantwortlichen beim Deutschlandradio mit ihren Hörerinnen und Hörern gemacht: Am 21. Juni 2014 haben sie die Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“ zugunsten einer vierten Stunde Musik für die Sendung „Tonart“ eingestellt. Proteste aus der Hörerschaft haben sie in einer unsäglichen Werbesprache ohne konkrete Antworten abbgewimmelt.
Mit welchem Recht verhalten sich diese Herrschaften so? Was glauben sie, wer sie wären, dass sie die Hörerschaft des Deutschlandradios nicht ernst nehmen müssten?
In ihre Ämter gehievt wurden Intendant Willi Steul und Programmdirektor Andreas-Peter Weber durch Gremien, deren Zusammensetzung nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom März 2014 verfassungswidrig ist. Trotz der über 50 Jahre andauernden klaren Rechtsprechung des BVerfG zur gebotenen Staatsferne des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks nehmen Landesregierungen und Parteien massiv Einfluss auf die Öffentlich-Rechtlichen Sender.
Zu stören scheint sie dabei das kritische Volk. Eine Sendung wie „2254“ war ein Tummelplatz für kritische Geister und Querdenker. Das hat den Oberen im Deutschlandradio möglicherweise nicht gepasst.
Bei den Nachtgesprächen kamen auch Meinungen außerhalb des medialen Mainstreams zu Wort. Hier konnte jeder anrufen und seine Meinung zu einem vorgegebenen Thema life im Radio äußern.
Mehr als 22 Jahre lang ist das gut gegangen. Großen anteil an dem hohen Diskussionsniveau hatten die einfühlsamen und klugen Moderatorinnen und Moderatoren sowie die Hörer selbst,, die die Diskussionsplattform im Radio in aller Regel sehr verantwortungsbewusst genutzt haben.
Klammheimlich haben die Programmverantwortlichen dann die Absetzung der Sendung durchgezogen. Erst auf Nachfrage eines Hörers wurde das Publikum über die geplante Streichung der Sendung informiert.
Eine „Mappingstudie“ sei Grundlage für die Entscheidungen über eine „Programmreform“ beim Deutschlandradio, erklärte der Sender wiederholt. Offenlegen will er diese Entscheidungsgrundlage trotz einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) aber nicht.
Transparenz und Demokratie scheinen im Deutschlandradio intern nichts zu gelten. Bei der Berichterstattung ist selbstgerechte Überlegenheitsrhetorik in derartigen Fragen ja wohlfeil.
„Der Kunde ist König“, lautet ein viel bemühter Slogan vieler Dienstleister. Auch wenn das Deutschlandradio sich ständig der Werbesprache befleißigt, hat es dieses Denken offenbar nicht übernommen.
Dabei sind Hörerinnen und Hörer nicht nur Kunden, sondern sogar Besitzer des Öffentlich-Rechtlichen Radios. Ihre Zwangsbeiträge finanzieren das Programm. Anlagevermögen und Einrichtungen der Anstalten sind Eigentum des Volks.
Noch haben Intendant Steul und Programmdirektor Weber die Chance, sich die Kritik ihrer Arbeitgeber zu eigen zu machen. Noch können sie ihren Auftraggebern beweisen, dass sie im Interesse des Bildungs- und Kulturauftrags zu handeln bereit sind.
Am Donnerstag (11. September) soll um 10 Uhr im Berliner Funkhaus des Deutschlandradios am Hans-Rosenthal-Platz die Übergabe der Petition „2254 – Nachtgespräche auf Deutschlandradio Kultur retten“ stattfinden. Leider scheut der Sender dabei die Öffentlichkeit. Wir aber werden freundlich und konstruktiv für die Wiederaufnahme von „2254“ zu den bisherigen Bedingungen ins Programm von deutschlandradio Kultur werben.

2 Gedanken zu “Lassen Sie sich gern den Mund verbieten? Wenn nicht, dann unterschreiben Sie umgehend die Petition #rettet2254!

  1. Sehr treffender Beitrag, lieber Franz Josef und wenn man jetzt so auf die weltpolitische Lage achtet…. Ja die Sendung wurde gerade noch rechtzeitig abgewürgt! Ein Schelm wer da jetzt Böses oder Kalkühl bei vermutet!

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