Franz-Josef Hanke: Brief an Frank Schildt zur Sitzung des Hörfunkrats am 11.9.

Briefe an die Sendeleitung

In einem Schreiben hat sich Franz-Josef Hanke am Mittwoch (27. August) an Frank Schildt gewandt. Darin hat er für den Vorsitzenden des Hörfunkrats vom Deutschlandradio noch einmal die Argumente für einen Erhalt der Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“ zusammengefasst.
Franz-Josef Hanke
35037 Marburg
www.hanke-marburg.de Herrn
Frank Schildt
Vorsitzender des Hörfunkrats
Deutschlandradio
Raderberggürtel 40
50968 Köln
Sitzung des Hörfunkrats am 11. September
Sehr geehrter Herr Schildt,
in der Hoffnung auf Ihr Interesse an einem konstruktiven Austausch mit der Hörerschaft spreche ich Sie als Vorsitzenden des Hörfunkrats beim Deutschlandradio an. Als Mitinitiator der Petition „2254 – Nachtgespräche auf Deutschlandradio Kultur retten“ möchte ich vor der Sitzung des Hörfunkrats am 11. September auf unser Anliegen aufmerksam machen und sie ermutigen, die Wiederaufnahme der beliebten Nachtsendung ins Hörfunkprogramm von Deutschlandradio Kultur zu befürworten.
Den Hörfunkrat betrachte ich als Sachwalter der Interessen der Hörerschaft. Auch wenn seine derzeitige Zusammensetzung nicht den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) laut Urteil vom 25. März 2014 entspricht, akzeptiere ich das Gremium, solange es seine Aufgaben im wohl verstandenen Interesse der Hörerschaft wahrnimmt.
Dazu fordere ich Sie hiermit auf: Machen Sie dem ärgerlichen Zustand ein Ende, mit dem das Verhältnis zwischen dem Deutschlandradio und seinen Hörern schwer belastet wird und sorgen Sie für die Wiedereinsetzung der Sendung „2254“!
Die Sendung war gelebte Gesprächskultur: Nirgendwo sonst habe ich so offene, kontroverse und zugleich von gegenseitigem Interesse an der anderen Meinung getragene Diskussionen erlebt wie bei „2254“. Verantwortlich dafür sind sowohl die herausragenden Moderatorinnen und Moderatoren des Deutschlandradios wie auch ein in über 20 Jahren gewachsener demokratischer Diskussionsstil der Hörerinnen und Hörer.
Die Sendung war gelebte Inklusion: Auch Menschen mit Behinderungen konnten dort ohne Nutzung der modernen Informationstechnologie an profunden Debatten über aktuelle Themen teilnehmen. Nahezu barrierefrei konnten Alte, Behinderte und Kranke mitreden, ohne dass ihre Behinderung eine Rolle gespielt oder ein Hindernis dargestellt hätte.
Die Sendung war gelebte Demokratie: Jeder konnte seine Ansichten und Erfahrungen zum gerade aktuellen Thema beisteuern. Viele haben ihre Meinung auch gerade dank der Positionen der dort anrufenden Menschen aus der Mitte der Gesellschaft gebildet.
Die Sendung war die optimale Hörerbindung: Viele Stammhörer hat das Deutschlandradio gerade durch die Nachtgespräche gewonnen. „2254“ bewies unzweifelhaft, dass das Deutschlandradio seine Hörerinnen und Hörer ernst nimmt.
Im Gegensatz dazu erleben die Hörerinnen und Hörer die Absetzung von „2254“ nun leider als grobe Missachtung ihrer Interessen. Dazu hat nicht zuletzt auch der ignorante Stil beigetragen, mit dem die Streichung der Nachgespräche nur beiläufig mitgeteilt und die als Argument für ihre Absetzung häufig bemühte sogenannte „Mappingstudie“ weiterhin geheimgehalten wird.
Viele Argumente aus der Hörerschaft hat die Sendeleitung mit einer sprechblasenartigen Werbesprache beantwortet, die auf die Briefeschreiber und ihre Anliegen überhaupt nicht eingeht. Unter Kultur und dem entsprechenden Verfassungsauftrag an das Öffentlich-Rechtliche Radio verstehe ich etwas Anderes.
Deshalb hoffe ich nun auf Ihre Unterstützung. Ich gehe davon aus, dass wir uns bei der Sitzung des Hörfunkrats am 11. September – einem wahrlich katastrophalen Datum – vielleicht auch persönlich kennenlernen werden.
Bis dahin empfehle ich Ihnen die Lektüre meines Schreibens an den Intendanten Willi Steul und konstruktive Überlegungen zur Wiederherstellung des Einklangs des Deutschlandradios mit seiner Hörerschaft. Dafür wünsche ich Ihnen Kraft, Klugheit und Ideen. Mit freundlichen Grüßen
Franz-Josef Hanke

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