Anrufen bei Andreas-Peter Weber: Deutschlandradio, wir weben Dein Leichentuch

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Einmal hat er seine Teilnahme schon kurzfristig wieder abgesagt. Für die Vormittagssendung am Samstag (12. Juli) hat Programmdirektor Andreas-Peter Weber vom Deutschlandradio erneut sein Kommen angekündigt. Zwischen 9.05 und 11 Uhr können Hörer unter 00800/222542254 beim Sender anrufen und ihm ihre Meinung sagen.
Thema sein soll am Samstagvormittag die sogenannte „Programmreform“ beim Deutschlandradio Kultur. Proteste gibt es hier nicht nur wegen der Absetzung der Nachtsendung „2254“, sondern auch noch wegen weiterer Veränderungen.
Allerdings ist der Unmut über die Streichung von „2254“ besonders heftig. Schließlich wurde den Hörerinnen und Hörern damit die einzige Möglichkeit genommen, ihre Meinung nahezu barrierefrei und unzensiert im Radio zur Diskussion zu stellen.
Mehr als 2.300 Menschen haben bereits die Petition „Rettet 2254“ unterzeichnet. Bis Mitte August steht sie noch auf www.openpetition.de/petition/online/2254-nachtgespraeche-auf-deutschlandradio-kultur-retten online.
Eine weitere Möglichkeit, seinen Protest gegen die Abservierung der Hörer im deutschlandradio zu bekunden, ist nun die Sendung am Samstagvormittag. Allerdings werden dort erfahrungsgemäß nur wenige Anrufer zu Wort kommen.
Umso wichtiger ist, dass möglichst viele Kritiker ihr Glück versuchen. Wichtig ist allerdings auch, dass sie dabei ruhig und fair bleiben. Schließlich gehört das zum guten Stil der Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“.

11 Gedanken zu “Anrufen bei Andreas-Peter Weber: Deutschlandradio, wir weben Dein Leichentuch

  1. Hallo,was ist denn mit ruhig und fair gemeint?
    Ich möchte daran erinnern, das Hörer die ruhig aber kritisch die Programmreform auf der D-Kultur Facebook Seite kommentierten darauf hin gesperrt wurden! Wie fair also soll man (noch) mit einem Sender umgehen der keinerlei Wertschätzung für seine Hörer übrig hat?

  2. Nun ,was man heute von Herrn Weber hören konnte erzeugt bei mir nur noch Mitleid! Im übrigen glaube ich Ihm nicht wirklich, wenn ein Hörer mehrmals nachhakte, half dann die Moderatorin indem sie sanft das Gespräch beendete…. mit den Worten, es sind noch so viele Hörer in der Leitung:-) Man hätte noch viel mehr Hörer zu Wort kommen lassen können, wenn es etwas weniger Musik gegeben hätte!

    Webers Aussage, dass man überall DAB+ empfangen könne, ist übrigens falsch. Im nördlichen Bayern geht es nicht, der Ausbau stagniert seit gut 2 Jahren. Zumindest wußte er dass es in Bayern sehr schlecht ist mit dem UKW Empfang!
    ERGO: „ist ja alles nicht so schlimm, denn nach der Reform brauchts den Sender nun wirklich nicht mehr!

    Ich bin im übrigen beruflich sehr oft mit Projekten betraut und kann sagen, dass wenn nach der Planungsphase ein Projekt/Reform „SCHARF“ gestellt wird ,muss dieses zu 85-90% laufen, da man ja Liefertermine nicht gefährden darf. Wenn ich jetzt Herrn Webers Ausführungen folge, wie er versucht eine völlig verplante Reform zu rechtfertigen….. „Wir müssen uns noch finden….. es wird noch besser“ dann möchte ich schon gerne nachfragen, welcher „Fachmann “ hier geplant hat! Es tut mir sehr leid, ich möchte niemandem zu Nahe treten, aber das was hier D-Kultur veranstaltet ist ein Rohrkrepierer…
    Auf 2254 möchte ich da erst gar nicht weiter eingehen, es ist alles sehr sehr traurig.

    Der ÖR hat sich eine „Insellösung“ geschaffen, die Gebühren fliesen automatisch, man kann nach Lust und Laune rumwurschteln, ist doch egal, wenn keiner mehr hört, denn die Einnahmen bleiben doch die Selben!

    Fazit: Werfen wir uns im Büßergewand vor unserem Diener ( Herr Weber wird von uns bezahlt!) in den Staub und sagen DANKE DANKE, toll gemacht!

    1. Was Programmdirektor Andreas-Peter Weber heute aufgeführt hat, war eine Mischung aus Abwimmeln, Abwürgen und Beschwichtigen. Helfen wird es ihm nichts. Wir sind die Besitzer des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Das ist klar. Wir werden kein Büßergewand anlegen und nicht niederknien. Wir fordern unseren Rundfunk und unsere Sendung. #Rettet2254 fjh

  3. „Wer gewinnt, bestimmen Sie, liebe Leserinnen und Leser.“: Wie man liest, ist Demokratie auch für das ZDF eine feine Sache: Jeder SOLL seine Meinung sagen, aber sie interessiert keinen wie „Die Schein-Abstimmungen des ZDF für „Deutschlands Beste“ . Hauptsache die Gebühren fließen und dann Leute einsparen, Käffchen aufbrühen, Musik-CD einwerfen und Beine hoch … . Geistreiche Sendungen, Recherchen, Hörspiele war gestern, als man der DDR noch beweisen musste, wie gut die BRD ist. Jetzt ist kassieren und abhängen. Lesen und schreiben können die Leute sowieso bald nimmer, da das Geld nur noch eine Richtung kennt: Einnahmen. Ansonsten muss man sparen: In Sachen Bildung an Schulen und Lehrern, in Sachen Sicherheit an Polizei. Der neue Fortschritt zum Entwicklungsland – wir kommen! Heute sind Privatschulen und Bürgerwehren gefragt. Ja, ich bin auch fassungslos – über so viel Blindheit. Die Medien gleichen sich nur an: Das Fernsehprogramm kennt nur noch Gewalt, der Rundfunk berichtet über Krieg, Gewalt und Rüstungsgeschäfte. Primitivstes Niveau, und da spottete man über die DDR? Mit welchem Recht? Was ist denn jetzt besser, wenn auch niemanden interessiert, was der Steuer- und Gebührenzahler will? Aber man plant heute Denkmäler zu Ereignissen, die es noch gar nicht gibt: Man feiert Wiedervereinigung mit unterschiedlichen Löhnen, Gehältern und Mütterrenten. Aber das passt dazu: Oder weiß jemand, wie Vereinigung ohne Mütter, Vätter und deren Kindern geht …?

    1. Der Verfall der guten Sitten im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk ist wirklich ein Problem. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) hat er einen Bildungs- und Informationsauftrag. Leider erfüllen viele Sender den immer schlechter. Deswegen ist die Petition „Rettet 2254“ umso wichtiger. Heute hat sie Halbzeit. Bis zum 18. August kann man sie noch online unterschreiben oder zum Sammeln von Unterschriften auf Papier ausdrucken. #Rettet2254 fjh

  4. Wie R.GER hier gerade schrieb, kommt im Fernsehen und Radio die Gewalt en masse. Egal ob fiktiv oder real. In der täglichen Unfall-Berichterstattung fassen sie die Ereignisse aus ganz Deutschland meist in einem Clip zusammen. Da heißt es dann schon mal: „…Verfolgungsjagd… kam der 22jährige Autofahrer ums Leben… Immerhin war die Fahrbahn nach zwei Stunden wieder frei“. Oder ein anderer Fall: „… der Fahrer und sein 20jähriger Beifahrer überlebten das nicht… Autobahn gesperrt… solche Probleme hatte dieser Mann aus… wenigstens nicht, er musste… seinen Keller auspumpen“ Es sind nicht die schnellen Schnitte und Szenen, an die man ja schon gewöhnt ist, es ist die Sprache, mit der ein Menschenleben bagatellisiert und damit entwertet wird. Zum ebenfalls angesprochenen Thema DDR: ich fühle mich benutzt, weil ich als Teenie aus dem Westen beim Verwandtenbesuch unsere schöne bunte Welt und ihre vielen Optionen bezeugte. Das geschah, weil uns falsche Tatsachen vorgespiegelt wurden, all die Sätze von „Chancengleichheit“ und so waren nicht so ernst gemeint. In Wirklichkeit mussten meine Eltern und später ich angestrengt kämpfen, meine Tanten im Osten konnten sich beruflich und familiär selbst verwirklichen. Noch etwas erstaunt mich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk: die vielen in den Lokal-Nachrichten vorgelesenen Presse-Mitteilungen über irgendwelche geplante Bau-Vorhaben in Stadt und Region. Sie nehmen einen breiten Platz ein und sind geeignet, die Leute zu beschäftigen, mit positiv klingenden Themen, die nur leider gerade jetzt und vielleicht überhaupt nie relevant sind.

  5. Am Montag, dem 13.10. hörte ich zu meiner Freude einen Beitrag bei den Unfallberichten im Ersten, ganz toll, erst die Anmoderation „gab Verletzte und einen Toten bei verschiedenen Berg-Abstürzen“, dann begann der Clip, humorvoll eingeleitet, aber es war bei der ersten aktuellen Sache klar, dass ein Mann da nur verletzt wurde. Abtransport, Helikopter. Dann Schenk zu weiterem Ort, hier ernste Sätze und auch der Tote, den alle erwarteten. Noch ein paar allgemeine Ausführungen zum Thema und ein stimmiges Ende. Da haben sie sich wirklich Gedanken gemacht, wie man das abwechslungsreich gestalten und doch den Verunglückten und ihren Angehörigen gerecht werden kann. Durch wenige sachliche Sätze und Bilder dazwischen, die Abstand schaffen. Ich kann mir vorstellen, dass das sogar Spass macht, so als Herausforderung. Mir macht das etwas Mut, dass andere Medienverantwortliche sich vielleicht ebenfalls damit beschäftigen möchten, wie sie Ziele und Zielgruppen miteinander vereinbaren?!?

  6. „… es ist die Sprache, mit der ein Menschenleben bagatellisiert und damit entwertet wird.“
    Oh ja, vor allem auch die Sprache, mit der in fürchterlich unverständlichem Geplapper volles Rohr interviewt oder gegenseitig in’s Wort gefallen wird, bevor wieder Musik, Sport, Wetter, Werbung oder Verkehr mit möglichst vielen tödlichen Unfällen verkündet werden. Ohne Tote und Verletzte läuft heute weder ein Film noch eine Reportage. Die Medien demonstrieren eine Unkultur in der Kommunikation, die nur katastrophal enden kann.
    Sind die Zuschauer wirklich nur auf Tod und Teufel aus? Läuft denn nichts mehr ohne Gewalt und Blut? Gibt es denn seit der Wende nichts Positives mehr? Und wenn die Zuschauer so leicht zu manipulieren sind, warum setzen die Medien ihre verdammte Macht dann nicht mal für eine positivere Zukunft ein? Die Menschen sind nicht böse von Geburt an, sie werden böse gemacht – durch Erziehung, die Gesellschaft und die Macht der Medien …

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