Wenn Weber sich stillos davonstiehlt: Anrufen am Vormittag für #Rettet2254

Erlebnisse

Eigentlich hätte heute morgen ja Programmdirektor Weber den Hörerinnen und Hörern des deutschlandradios Rede und Antwort stehen sollen zur sogenannten „Programmreform“. Dann aber hat er doch abgesagt und es vorgezogen, die Hörerschaft zu versetzen.
Die empörten Hörer werden sich das aber nicht gefallen lassen. Die Kritik an der Absetzung der Sendung „2254 – Nachtgespräche am Telefon“ wird so bald nicht abebben.
Angesetzt war Webers Auftritt am Mikrophon für die Sendung von 9.05 bis 11 Uhr. Bei dieser Sendung stellt sich ein „Experte“ den Fragen des Publikums und der Diskussion mit einem anderen „Experten“ oder den Fragen des Moderators.
Weber stellt sich heute aber nicht. Seine Feigheit vor den Hörern reiht sich ein in eine Serie von Stillosigkeiten. Sie begann mit dem Bekanntwerden der Absetzung des Nachttalks erst auf Nachfrage von Andreas Sallam und gipfelte in der Aufforderung, die Hörer könnten ihre Meinungen doch auf der Facebookseite von DKultur äußern.
Offenbar nehmen die Verantwortlichen ihre „Kunden“ nicht ernst. Die Gebührenzahler werden sich aber zu wehren wissen.
Eine Petition Rettet 2254 zielt speziell auf die Einstellung der Sendung ab. Weitere Diskussionen gehen darüber hinaus und fordern mehr Demokratie und Hörerbeteiligung im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.
Die Debatte wird das Deutschlandradio voraussichtlich noch lange begeleiten. Begonnen hat sie Anfang Juni in den nächtlichen Sendungen. Fortgeführt wird sie – auch wenn ein anderes Thema auf dem Programm steht – in der Vormittagssendung von 9 bis 11 Uhr. Wir machen weiter: #Rettet2254
fjh

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7 Gedanken zu “Wenn Weber sich stillos davonstiehlt: Anrufen am Vormittag für #Rettet2254

  1. Hier mein Brief, den ich am 10.06.14 auf facebook an Herrn Heimendahl geschrieben hatte : Sehr geehrter Herr Heimendahl, die Entscheidung, 2254 – Nachtgespräche am Telefon abzusetzen, ist völlig unverständlich und macht mich fassungslos ! Es gibt so viele Sender und Programme mit schlechter Qualität. Deutschlandradio Kultur (und der Deutschlandfunk) waren da schon eine Ausnahme – auch wegen der Sendung 2254, die es nun seit 22 Jahren gibt und die ein Alleinstellungsmerkmal hat. Die Sendung hat seit dem viele interessierte aktive und „passive“ Zuhörer, (d.h. ich habe noch nie angerufen), die wohl sehr zahlreich sind. Die Leute können hier ihre Meinung sagen – (und das unzensiert !) – ihre Meinung vorallem auch zu brandaktuellen politischen Themen. Dass diese Sendung jetzt abgesetzt wird, riecht förmlich (es tut mir leid, das sagen zu müssen und ich spüre geradezu Ihren Protest) nach ZENSUR. Meine Frage: War Ihnen und dem Programmdirektor diese Sendung, vorallem zu aktuellen politischen Themen, zu unbequem ? Denn es ist wohl kein Geheimnis, dass die Hörer bzw. Anrufer mehrheitlich nicht auf der offiziellen politischen Linie liegen, die sich wie gleichgeschaltet durch fast alle Medien erstreckt – ähnlich einer zensierten Berichterstattung – die Zensur scheint im Kopf stattzufinden, ohne dass das die Redakteure möglicherweise selbst merken. Besonders gravierend ist das bei der Berichterstattung über die Ukraine sichtbar ! Unerträglich, wie hier Halbwahrheiten und auch Lügen verbreitet werden oder wichtige Nachrichten, die nicht passen zur offiziellen Linie – einfach nicht gesendet werden (z.B. über die Urheber des Massakers im und am Gewerkschaftshaus in Odessa, die Angriffe der ukrainischen Armee ( mit schweren Waffen) auf ostukrainische Städte mit vielen ermordeten Zivilisten – d.h. Krieg gegen die eigene Bevölkerung – (der in anderen Ländern , z.B. Syrien aufs Schärfste verurteilt wird !) – Angriffe auf Krankentransporte und ein Krankenhaus mit vielen Toten und Verletzten. Die von der EU und USA hofierte und unterstützte ukrainische Regierung führt diesen Krieg mit Hunderten von Toten ! Und darüber wird nur nebulös berichtet oder wie gesagt gar nicht berichtet. Menschen, die sich auf 2254 dazu zu Wort melden, sind wohl zu unbequem geworden und lästig ? Schafft man die Sendung deshalb lieber ab ? Sie könnten doch stolz darauf sein, Herr Heimendahl und Ihre Redaktion und Ihr Programmdirektor, den Menschen ein Forum gegeben zu haben, sich zu Wort zu melden ! Es sind oft so wertvolle Beiträge mit so klugen Gedanken von klugen engagierten Menschen – Junge bis Alte und sehr alte weise Menschen. Die wollen Sie jetzt einfach aussperren ? Z.B. Frau Stefan (weit über 80 Jahre alt und weise), die letzte Nacht angerufen hatte ( zum ersten mal, sie musste sich nun einfach mitteilen !), und seit 20 Jahren eine treue Zuhörerin ist und nun sehr sehr traurig. Sie betonte, wie das „für den Geist anregend“ ist. Das ist in der heutigen Medienlandschaft schon etwas besonderes, wo so vieles nur noch oberflächlich ist, oder man von „Experten“ erschlagen wird ! Auf Ihre Begründung für die Streichung von 2254 ( in diesem Format) bin ich sehr gespannt heute Nacht ! Ich hoffe immer noch darauf, dass diese undemokratische Entscheidung zurück genommen wird ! Das wäre kein Zeichen von Schwäche sondern STÄRKE und würde dem Hörerwillen Rechnung tragen, der hier ja vorher nicht gefragt wurde. So viele Menschen, auch mir, ist diese Sendung sehr wichtig. Sie ist ein Teil des Lebens geworden bei vielen Hörern. Verurteilen Sie diese Menschen bitte nicht zum Schweigen ! Es grüßt Sie Waltraud Prager Und hier die Antwort von Deutschlandradio Kultur: „Sehr geehrte Frau Waltraud Prager, danke für Ihre ausführlichen und auch lobenden Worte für das Deutschlandradio. Vorab können wir Ihnen versichern: Das Ende von 2254 hat nichts mit aktuellen politischen Ereignissen zu tun.“ Meine Anmerkung dazu: Eine sehr erschöpfende Antwort auf mein Schreiben !
    Am 19.06.2014 schrieb ich dann folgende E-Mail an den hoererservice@deutschlandradio.de :
    Sehr geehrte Dmen und Herren, Die Sendung 2254 am 11.06.14 mit Herrn Heimendahl hat mich nun in meinen oben genannten Vermutungen noch bestärkt. Er konnte kein stichhaltiges nachvollziehbares Argument für eine berechtigte Absetzung von 2254 vorbringen. (Leider ist das den Verantwortlichen wohl aber egal, denn der Hörerwille spielte bei der Entscheidung bekannterweise keine Rolle.) Und worauf stützt sich überhaupt die Annahme, dass die Hörerbeteiligung zu gering ist ? In der 2254 – Sendung letzte Nacht bestätigte doch Herr Thoma, dass die Einschaltquote für die Nachtzeit nicht gemessen wird ! Als „Argument“ für die Streichung von 2254 bemühte Herr Heimendahl u. a. folgende Priorisierung: – „Wie passt die Sendung zum Profil ?“ – „2254 stand eher weiter hinten.“ (?) Er nannte daher den Deutschlandfunk als passenderes Forum. Einen nachvollziehbaren Grund, warum 2254 dann nicht im Deutschlandfunk weiterlaufen kann, nannte er nicht. Das bleibt wohl sein Geheimnis. Immerhin zeigte er sich erstaunt über „ganz verblüffende Betrachtungsweisen“ der Anrufer ! Und sehr beruhigend für uns Hörer: „Die Entscheidung hat nichts von Feindseeligkeit Ihnen gegenüber.“ (!) Wohl eher beunruhigend und unbequem für die Programmverantwortlichen: „Hatten Sie zunehmend Angst vor der Meinung der Leute ?“ „Immerhin mussten sich ja die Moderatoren gleich live der Meinung der Anrufer stellen.“ Diese Gedanken brachte Frau Fritsche letzte Nacht zur Sprache und weiter: “ Wir haben Meinungsfreiheit !“ „Da habe ich meine Zweifel ! “ Herr Thoma war jedenfalls diesen Äußerungen nicht sehr angetan … Genau dies ist nämlich ein wunder Punkt für die Programmverantwortlichen, den hat Frau Fritsche genau getroffen und vor ihr eben schon eine zunehmende Zahl von Anrufern. Das wurde wohl immer unbequemer (?). Den Reaktionen der Moderatoren konnte man das des öfteren entnehmen. Und damit komme ich wieder zu der in meinem Brief an Herrn Heimendahl formulierten Vermutung: Die Absetzung der Sendung 2254 könnte eine Form der Zensur sein !!! Abschließed noch einmal als Zusammenfassung die 4 ARGUMENTE Herrn Heimendahls, die er wie folgt benannte: 1. Wie gut passt die Sendung zum Kulturbegriff ? 2. Sendung hat Ausstrahlung, dass nur ein kleiner Kreis von Hörern hier diskutiert. 3. ? 4. ? d.h., das angekündigte 3. und das 4. Argument blieb zu nennen uns Hörern Herr Heimendahl bislang schuldig ! Vielleicht wären das die entscheidenden beiden Argumente, die uns Hörer die beschlossene Einstellung von 2254 verstehen lassen ? Es wäre nett, uns diese beiden Gründe noch mitzuteilen ! Vielleicht in der letzten Sendung heute Nacht – sozusagen als letzte Gelegenheit ? Eigentlich hätten wir darauf einen Anspruch. Ich bin gespannt darauf und ich bin sehr traurig und ich habe immer noch ein kleines Fünkchen Hoffnung auf Fortführung von 2254, obwohl ich eigentlch vom Wesen her Pessimistin bin. Mit freundlichen Grüßen Waltraud Prager 64 Jahre, Diplom-Physikerin (Anmerkung:ohne irgendwelche Nähe zu Mutti Merkel)
    Auf diese E-Mail erhielt ich bis heute keine Antwort.
    21.06. 14 Gerade läuft auf Deutschlandradio Kultur die Programmreform-„Ersatz“-Sendung für 2254, die damit aber auch wie erwartet nichts mehr zu tun hat. Zwei mutige Anrufer brachten (bisher)ihren Protest gegen die Streichung von 2254 trotzdem unter in dieser lt. Herrn Heimendahl „besser zum Kulturbegriff passenden Sendung“ Sie wurden von der Moderatorin sofort „abgebügelt“ ! Mit irgendeiner Form von Zensur hat das natürlich rein gar nichts zu tun !

    1. Sehr geehrte frau prager,ich kann jede zeile von ihnen nur bestätigen und das die westlichen medien die wahrheit über die ukraine regelrecht unterbinden bzw. nicht zulassen!

  2. „Sie könnten doch stolz darauf sein, Herr Heimendahl und Ihre Redaktion und Ihr Programmdirektor, den Menschen ein Forum gegeben zu haben, sich zu Wort zu melden !“
    Ja, sie könnten stolz darauf sein – aber wer weiß, mit wem diese Art der Demokratie nicht konform genug ging und deshalb abgesetzt werden musste. Dummerweise gibt es eben immer auch Bürger, die selber und dazu noch ein weinig logisch denken können. Ich erfuhr heute so ganz nebenbei, dass Beate Zschäpe z. B. ihr Schweigen brechen und deshalb die Rechtsanwälte austauschen will. Wird das ein weiterer Fall Mollath? Dieser war ja auch gemeingefährlich, als er die Schwarzgeldgeschäfte seiner Frau bei der HypoVereinsbank anzeigte, die komischer Weise nie erwähnt oder weiter verfolgt wurden, sich später aber als teilweise zutreffend erwiesen … .
    Ja, ohne entsprechende Lobby kommt man heute nicht mehr weit.

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